Vitamin-D-Mangel: Risikogruppen

Ältere Menschen

Senioren haben besonders häufig einen zu geringen Vitamin-D-Status. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen lässt die körpereigene Vitamin-D-Produktion ab etwa 65 Jahren grundsätzlich nach. Gleichzeitig stehen häufig Vitamin-D-reiche Lebensmittel wie fetter Seefisch seltener auf dem Speiseplan. Hinzu kommt, dass sich viele ältere Menschen oft weniger im Freien aufhalten – zum Beispiel aufgrund von Schmerzen oder bestimmten Krankheiten. Doch nur wenn ausreichend Sonnenlicht auf unsere Haut trifft, wird die Eigensynthese von Vitamin D angekurbelt. Nicht zuletzt können bestimmte chronische Grunderkrankungen beziehungsweise dauerhaft eingenommene Medikamente im Alter einen Vitamin-D-Mangel begünstigen.

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Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten

Nur wenn ausreichend UV-B-Strahlung auf unsere Haut trifft, wird die körpereigene Vitamin-D-Produktion angekurbelt. Das bedeutet im Umkehrschluss: Je weniger wir uns im Freien aufhalten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für einen Vitamin-D-Mangel. Wer also viel im Büro tätig ist und wenig nach draußen geht, ist gefährdet. Der Homeoffice-Trend seit dem Pandemie-Jahr 2020 dürfte die Situation für viele zusätzlich verschärfen – denn dann entfällt auch der Arbeitsweg.

Gut zu wissen: Speziell auch bettlägerige Patienten haben aufgrund der fehlenden UV-B-Strahlung ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel.

Menschen, die nicht mit unbedeckter Haut ins Freie gehen

Nur wenn etwa 25 Prozent unserer Haut nicht mit Kleidung bedeckt sind, reicht die UV-B-Strahlung hierzulande in den Monaten März bis Oktober aus, um die körpereigene Vitamin-D-Synthese so richtig in Schwung zu bringen. Wer sich zum Beispiel aus religiösen und/oder kulturellen Gründen verhüllt, hat dementsprechend ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel.

Das trifft auch auf Menschen zu, die sich zum Beispiel aufgrund einer starken Sonnenallergie nur mit bedeckter Haut in die Sonne wagen.

Menschen mit dunkler Hautfarbe

Je höher die Pigmentierung beziehungsweise der Melaningehalt der Haut, desto weniger UV-Strahlen dringen in unsere Haut ein. Dies ist allerdings notwendig, um die körpereigene Bildung von Vitamin D in Gang zu setzen.

Demzufolge haben Menschen mit dunkler Hautfarbe im Allgemeinen ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel.

Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen

Vielfältige Grunderkrankungen können das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel erhöhen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Bestimmte Nierenerkrankungen
  • Verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
  • Gewisse Lebererkrankungen

Übrigens: Auch zahlreiche Medikamente, die dauerhaft eingenommen werden müssen, können den Vitamin-D-Status negativ beeinflussen. Das gilt beispielsweise für Antiepileptika und Zytostatika. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Arzt und setzen Sie verordnete Arzneimittel niemals eigenmächtig ab.

Säuglinge

Nicht zuletzt zählen auch Säuglinge zu den Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel. So liefert die Muttermilch (und auch Säuglingsnahrung) nur wenig Vitamin D. Gleichzeitig sollte die zarte Babyhaut aufgrund des geringen Eigenschutzes nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden – die körpereigene Vitamin-D-Produktion kommt also noch nicht in Schwung.

Gut zu wissen: In Deutschland verordnen Kinderärzte im ersten Lebensjahr prophylaktisch Vitamin D zur Rachitisprophylaxe. Mehr erfahren