Osteoporose

Osteoporose

Allein in Deutschland sind Schätzungen zufolge rund sechs Millionen Menschen von Osteoporose betroffen.1 Dabei handelt es sich um eine chronische Skeletterkrankung, bei der die Knochen zunehmend porös werden und leicht brechen. Erfahren Sie hier mehr über das Krankheitsbild und lesen Sie auch, welche Rolle Vitamin D bei der Behandlung und Vorbeugung von Osteoporose spielt.

Vitamin D: Funktionen des Knochenvitamins

Vitamin D wird aufgrund seiner wichtigen Funktionen im Knochenstoffwechsel auch als „Knochenvitamin“ bezeichnet. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Mineralisierung der Knochen.

Vitamin D fördert…

  • … die Calciumaufnahme im Darm
  • … die Einlagerung von Calcium in den Knochen
  • …. so die Mineralisierung und damit die Härtung der Knochen

Ein Vitamin-D-Mangel kann sich dementsprechend negativ auf die Knochengesundheit auswirken, denn er hat eine Entkalkung des Knochens (Demineralisierung) zur Folge. Dies kann zu einer Knochenerweichung (z. B. Rachitis bei Kindern bzw. zu einer Osteomalazie bei Erwachsenen) führen. Im höheren Lebensalter kann ein Vitamin-D-Mangel auch zur Entwicklung von Osteoporose beitragen.

Was ist Osteoporose?

Bei Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, kommt es zu einem fortschreitenden Abbau von Knochensubstanz. Die Knochendichte nimmt im Verlauf der Erkrankung ab. Aber nicht nur das: Auch der Feinaufbau des Knochens (die sogenannte Mikroarchitektur) verändert sich. Die Knochen werden so zunehmend porös und instabil. In der Folge kommt es schon bei leichten Stürzen oder Belastungen zu Knochenbrüchen.

Wichtige Merkmale der Osteoporose

  • Niedrige Knochendichte
  • Gestörter Feinaufbau des Knochengewebes
  • Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche

Gut zu wissen: Dass mit fortschreitendem Alter vermehrt Knochensubstanz abgebaut wird, ist normal. Bei Osteoporose sind diese Abbauvorgänge jedoch über das normale Maß hinaus gesteigert.

Osteoporose

Überblick

  • Zählt zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit.
  • Ist durch einen krankhaft gesteigerten Abbau von Knochenmasse gekennzeichnet.
  • Führt dazu, dass die Knochen zunehmend porös werden und leicht brechen.
  • Wird mithilfe einer Knochendichtemessung beim Arzt diagnostiziert.

Osteoporose: Symptome und Folgen

Das Tückische an der Osteoporose ist, dass sie über lange Zeit ohne spürbare Beschwerden verläuft. Deshalb wird sie auch als „der stille Knochendieb“ bezeichnet. Es können Jahre vergehen, bis sich erste Symptome einstellen. Bei vielen Betroffenen wird die Erkrankung daher oft erst spät, meist nach dem ersten Knochenbruch, diagnostiziert. Dann sprechen Ärzte von einer „manifesten Osteoporose“.

Im fortgeschrittenen Stadium kann sich die Osteoporose wie folgt äußern:

  • Knochenbrüche: Schon durch Alltagsbelastungen oder durch einen einfachen Sturz kann es zu Frakturen kommen. Häufig betroffen sind die Wirbelkörper (Rücken), Handgelenke, Ober- und Unterarm sowie der Oberschenkelhals. Die Frakturen heilen schlecht.
  • Abnahme der Körpergröße: Die Wirbelkörperbrüche haben zur Folge, dass die Körpergröße abnimmt und sich die Wirbelsäule nach vorne krümmt (Rundrücken bzw. „Witwenbuckel“). Bei einem ausgeprägten Größenverlust wird das sogenannte „Tannenbaum-Phänomen“ sichtbar: Weil die Haut am Rücken nicht mitschrumpft, bilden sich von der Wirbelsäule aus Hautfalten, die links und rechts nach außen verlaufen und an die Umrisse eines Tannenbaums erinnern.
  • Schmerzen und Bewegungseinschränkungen: Infolge der zunehmenden Krümmung der Wirbelsäule treten oft chronische Rückenschmerzen auf, die auf Muskelverspannungen zurückgehen. Auch die Beweglichkeit nimmt ab. Zudem kann die Fehlstellung der Wirbelsäule die Koordination beeinträchtigen und Stürze begünstigen.
  • Störungen der Lungenfunktion: Durch die zunehmende Krümmung der Wirbelsäule hat die Lunge weniger Platz – die Atmung kann dadurch gestört werden.

Eine besonders gefürchtete Folge des Knochenschwunds ist der Oberschenkelhalsbruch. Vor allem ältere Patienten erholen sich oft nicht mehr vollständig und sind dann auf fremde Hilfe angewiesen oder werden sogar pflegebedürftig.

Vitamin D zur Vorbeugung von Osteoporose

Verschiedene Maßnahmen wie etwa regelmäßige Bewegung, der Verzicht aufs Rauchen und die Vermeidung von Über- bzw. Untergewicht können der Entwicklung einer Osteoporose vorbeugen. Darüber hinaus raten Experten in der Leitlinie zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose1, eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Calcium sicherzustellen. Dabei gelten folgende Empfehlungen:

  • Vitamin D: 800 Internationale Einheiten (I.E.) pro Tag
  • Calcium: 1000 mg pro Tag

Falls diese Mengen nicht sicher erreicht werden können, wird zur Verbesserung der Nährstoffversorgung die Einnahme geeigneter Präparate empfohlen. Vitamin D sollte nicht isoliert eingenommen werden, wenn eine Calciumzufuhr von täglich 1000 mg nicht gewährleistet ist.

Hätten Sie's gewusst?

Vitamin D wird auch als „Sonnenvitamin“ bezeichnet – denn mithilfe der Sonne (genauer: UV-B-Strahlung) kann es vom Körper selbst gebildet werden.

Bei Vitamin D handelt es sich um ein fettlösliches Vitamin. Zu den wichtigsten Formen zählen Vitamin D2 und Vitamin D3.

Unserer täglicher Vitamin-D-Bedarf muss zu 80 bis 90 Prozent über die körpereigene Vitamin-D-Produktion mithilfe von Sonnenlicht gedeckt werden.

In Deutschland reicht die Sonnenstrahlung nur zwischen März und Oktober aus, um genügend Vitamin D zu produzieren.

Für eine gute Vitamin-D-Versorgung wird empfohlen, in den Monaten März bis Oktober täglich 5 bis 25 Minuten in die Sonne zu gehen – mit 25 Prozent unbedeckter Haut und ohne Sonnenschutz.

Gesichtscremes und Makeup mit Lichtschutzfaktor können die Eigenproduktion von Vitamin D herabsetzen.

Menschen mit dunkler Hautfarbe haben ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Der Grund: Melanin bremst UVB-Strahlung aus, die wir für die körpereigene Vitamin-D-Produktion benötigen.

Über die Ernährung können wir nur bis zu 20 Prozent unseres täglichen Vitamin-D-Bedarfs abdecken.

Es gibt nur wenige Lebensmittel, die Vitamin D in nennenswerter Menge enthalten. Insbesondere fetter Seefisch wie Lachs oder Hering spielt eine Rolle.

Vitamin D kann im Fettgewebe und der Muskulatur gespeichert werden.

Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit des Organismus nach, Vitamin D zu bilden. Daher gelten Menschen über 65 Jahre als Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel.

Vitamin D ist maßgeblich am Einbau von Calcium in die Knochen und somit an der Härtung der Knochen beteiligt. Ein Vitamin-D-Mangel kann daher (mit-)ursächlich für Knochenerkrankungen wie Rachitis oder Osteoporose sein.

90 Prozent der Knochenmasse bilden sich bis zum Ende des Jugendalters. Eine gute Vitamin-D-Versorgung ist daher in Kindheit und Jugend besonders wichtig.

Ein niedriger Vitamin-D-Status geht mit einem erhöhten Risiko für Atemwegsinfekte einher.

Vitamin D wird in Kombination mit Kalzium zur Vorbeugung von Osteoporose empfohlen.

Säuglinge in Deutschland erhalten im ersten Lebensjahr in der Regel Vitamin D zur Vorbeugung von Rachitis (Knochenerweichung).

Rund 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind nicht optimal mit Vitamin D versorgt.

Auch knapp die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Ist nicht optimal mit Vitamin D versorgt.

Bestimmte dauerhaft eingenommene Medikamente erhöhen das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel, zum Beispiel Antiepileptika.

Kinder mit bestimmten Grunderkrankungen wie beispielsweise Zöliakie gelten als Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel.

In Deutschland sind mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel verboten. Es gibt Ausnahmen unter anderem für Margarine – die Anreichung muss immer gekennzeichnet sein.

Vitamin-D-Mangel gilt als Risikofaktor für Osteoporose. Denn Vitamin D ist für die Knochenstabilität maßgeblich von Bedeutung.

Vitamin D zur Behandlung von Osteoporose

Bei der Behandlung einer bestehenden Osteoporose ist das sogenannte „Knochenvitamin“ (neben dem Knochenmineral Calcium) ein wichtiger Bestandteil der Basistherapie1:

Vitamin D: 800 bis 1000 I.E. (Internationale Einheiten) Vitamin D3 sollen täglich in Form von geeigneten Vitamin-D-Präparaten eingenommen werden.

Calcium: Osteoporose-Patienten sollten darauf achten, dass sie täglich 1000 mg Calcium mit der Nahrung aufnehmen. Falls die empfohlene Menge nicht erreicht wird, wird die Einnahme von geeigneten Calcium-Präparaten angeraten, um die Versorgung zu verbessern.

Wichtig: Eine ausreichende Aufnahme von Calcium und Vitamin D muss sichergestellt werden, bevor Osteoporose-Medikamente zum Einsatz kommen, die den Knochenabbau hemmen (z. B. sog. Bisphosphonate).

Ein weiterer wichtiger Baustein in der Osteoporose-Behandlung ist ein regelmäßiges körperliches Training, um Knochenstoffwechsel, Muskelkraft und Koordination zu fördern. Um Knochenbrüche zu vermeiden, wird eine gezielte Sturzprophylaxe (z. B. Entfernung von Stolperfallen in der Wohnung, Überprüfung der Sehstärke) empfohlen.

Osteoporose: Häufige Fragen

Bei Osteoporose wird im Rahmen der Basistherapie die Zufuhr von 800-1000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 pro Tag über geeignete Vitamin-D-Präparate empfohlen. Zusätzlich sollte immer auch auf eine ausreichende Versorgung mit Calcium geachtet werden.

Bei Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D (800 Internationale Einheiten pro Tag) ein wichtiger Bestandteil der Basistherapie. Denn Vitamin D beeinflusst den Calcium-Haushalt und ist daher für die Knochengesundheit wichtig. Das „Knochenvitamin“ sorgt nicht nur dafür, dass Calcium besser aus dem Darm aufgenommen wird, sondern es fördert auch die Einlagerung von Calcium in den Knochen. Auf diese Weise unterstützt es die Knochenhärtung.

Vitamin D ist von großer Bedeutung für die Knochengesundheit. Der Oberbegriff Vitamin D umfasst eigentlich eine Gruppe von fettlöslichen Verbindungen, die auch als Calciferole bezeichnet werden. In Nahrungsmitteln kommen vor allem Vitamin D2 (Ergocaliferol) und Vitamin D3 (Colecalciferol) vor. Vitamin D2 findet sich vor allem in Pilzen und Pflanzen. Im Körper muss es zunächst aktiviert werden. Vitamin D3 kommt vor allem in Lebensmitteln tierischer Herkunft vor und gilt als die wirksamere Form.2

  • 2 Vitamin D und Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V. Stellungnahme 2011.
  • 1 Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der OSTEOPOROSE. Leitlinie des Dachverbands der Deutschsprachigen Wissenschaftlichen Osteologischen Gesellschaften e.V. 2017.

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