Vitamin-D-Versorgung bei Kindern

Vitamin-D-Versorgung bei Kindern

Für Kinder ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D besonders wichtig – nicht nur für stabile Knochen, sondern auch für ein intaktes Immunsystem. Doch wie ist die Versorgungslage bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland? Und wie kann man im Alltag für ein Plus an Vitamin D sorgen? Lesen Sie hier mehr dazu.

Knochen und mehr: Warum Vitamin D für Kinder so wichtig ist

Die Basis für gesunde Knochen wird im Kindes- und Jugendalter gelegt. Denn in dieser Zeit wachsen unsere Knochen am intensivsten, die Knochenmasse bildet sich zu 90 Prozent bis zum Ende des Jugendalters. Und genau deshalb ist eine gute Versorgung mit Vitamin D schon von Kindesbeinen an so wichtig. Schließlich sorgt Vitamin D unter anderem für die Einlagerung von Calcium in den Knochen und schafft so die nötige Stabilität.

Darüber hinaus spielt Vitamin D unter anderem auch eine wichtige Rolle für

  • den Erhalt einer normalen Muskelfunktion
  • die Erhaltung normaler Zähne
  • eine normalen Funktion des Immunsystems

Gut zu wissen: Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge kann ein guter Vitamin-D-Status auch vor akuten Atemwegsinfektionen wie beispielsweise Erkältungen schützen.1

Ein gut aufgefüllter Vitamin-D-Speicher kommt Kindern und Jugendlichen also in vielerlei Hinsicht zugute.

Hätten Sie's gewusst?

Vitamin D wird auch als „Sonnenvitamin“ bezeichnet – denn mithilfe der Sonne (genauer: UV-B-Strahlung) kann es vom Körper selbst gebildet werden.

Bei Vitamin D handelt es sich um ein fettlösliches Vitamin. Zu den wichtigsten Formen zählen Vitamin D2 und Vitamin D3.

Unserer täglicher Vitamin-D-Bedarf muss zu 80 bis 90 Prozent über die körpereigene Vitamin-D-Produktion mithilfe von Sonnenlicht gedeckt werden.

In Deutschland reicht die Sonnenstrahlung nur zwischen März und Oktober aus, um genügend Vitamin D zu produzieren.

Für eine gute Vitamin-D-Versorgung wird empfohlen, in den Monaten März bis Oktober täglich 5 bis 25 Minuten in die Sonne zu gehen – mit 25 Prozent unbedeckter Haut und ohne Sonnenschutz.

Gesichtscremes und Makeup mit Lichtschutzfaktor können die Eigenproduktion von Vitamin D herabsetzen.

Menschen mit dunkler Hautfarbe haben ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Der Grund: Melanin bremst UVB-Strahlung aus, die wir für die körpereigene Vitamin-D-Produktion benötigen.

Über die Ernährung können wir nur bis zu 20 Prozent unseres täglichen Vitamin-D-Bedarfs abdecken.

Es gibt nur wenige Lebensmittel, die Vitamin D in nennenswerter Menge enthalten. Insbesondere fetter Seefisch wie Lachs oder Hering spielt eine Rolle.

Vitamin D kann im Fettgewebe und der Muskulatur gespeichert werden.

Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit des Organismus nach, Vitamin D zu bilden. Daher gelten Menschen über 65 Jahre als Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel.

Vitamin D ist maßgeblich am Einbau von Calcium in die Knochen und somit an der Härtung der Knochen beteiligt. Ein Vitamin-D-Mangel kann daher (mit-)ursächlich für Knochenerkrankungen wie Rachitis oder Osteoporose sein.

90 Prozent der Knochenmasse bilden sich bis zum Ende des Jugendalters. Eine gute Vitamin-D-Versorgung ist daher in Kindheit und Jugend besonders wichtig.

Ein niedriger Vitamin-D-Status geht mit einem erhöhten Risiko für Atemwegsinfekte einher.

Vitamin D wird in Kombination mit Kalzium zur Vorbeugung von Osteoporose empfohlen.

Säuglinge in Deutschland erhalten im ersten Lebensjahr in der Regel Vitamin D zur Vorbeugung von Rachitis (Knochenerweichung).

Rund 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind nicht optimal mit Vitamin D versorgt.

Auch knapp die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Ist nicht optimal mit Vitamin D versorgt.

Bestimmte dauerhaft eingenommene Medikamente erhöhen das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel, zum Beispiel Antiepileptika.

Kinder mit bestimmten Grunderkrankungen wie beispielsweise Zöliakie gelten als Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel.

In Deutschland sind mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel verboten. Es gibt Ausnahmen unter anderem für Margarine – die Anreichung muss immer gekennzeichnet sein.

Vitamin-D-Mangel gilt als Risikofaktor für Osteoporose. Denn Vitamin D ist für die Knochenstabilität maßgeblich von Bedeutung.

Kinder & Vitamin D: Wie gut sind sie versorgt?

Wie steht es um die Vitamin-D-Versorgung bei Kindern in Deutschland?

Während Säuglinge aufgrund der obligatorischen Vitamin-D-Gabe im Alter von 0 bis 12 bzw. bis 18 Monaten meist noch gut versorgt sind, sieht es bei Kindern ab 2 Jahren bis zum Jugendalter allerdings weniger „rosig“ aus.2

Säuglinge & Vitamin D: Gute Versorgung dank Rachitisprophylaxe

Bis zum Alter von etwa 12 bis 18 Monaten erhalten Säuglinge in Deutschland in der Regel prophylaktisch Vitamin D. Dies dient insbesondere dem Schutz vor Rachitis, einer Störung des Knochenstoffwechsels, die unter anderem mit einer Verformung der Knochen einhergeht.

Da Muttermilch nur wenig Vitamin D enthält und Säuglinge aufgrund des geringen Eigenschutzes der Haut nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden dürfen (Sonne regt die Vitamin-D-Bildung des Organismus an), ist in diesem Alter ein Plus an Vitamin D obligatorisch.

Fakt ist: Im Alter von ein bis zwei Jahren sind die meisten Kinder in Deutschland durch diese Supplementierung gut mit Vitamin D versorgt. So ergab die Langzeitstudie KIGGS des Robert-Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in Deutschland (Mai 2004 bis 2006):2

Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren hatten die höchsten Vitamin-D-Werte (gemessen wurde der Marker 25-Hydroxy-Vitamin-D) – die Kinder in diesem Alter erreichten Werte von 60-70 nmol/l.

Vitamin D für Säuglinge

Rachitisprophylaxe

  • Rachitis = Störung des Knochenstoffwechsels mit Verformung der Knochen Mehr erfahren
  • Vitamin D wird zum Schutz vor Rachitis für Säuglinge bis zum zweiten erlebten Frühsommer (also für 12 bis 18 Monate) verordnet
  • Empfohlen werden 400 bis 500 I.E. Vitamin D pro Tag

Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten.

Vitamin-D-Status

Bestimmung

Eine einfache Blutuntersuchung kann Aufschluss über den individuellen Vitamin-D-Status geben.

Ausschlaggebend ist der sogenannte Marker 25(OH)D (25-Hydroxy-Vitamin-D, gemessen in nmol/l).

25(OH)D in nmol/l – Werte & Bedeutung:

  • < 30: Mangelhafte Versorgung
  • 30 ≤ 50: Suboptimale Versorgung
  • > 50: Ausreichende Versorgung

Wichtig: Der Vitamin-D-Status unterliegt starken saisonalen Schwankungen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Hausarzt.

Fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen nicht optimal mit Vitamin D versorgt

Laut der KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts sieht es mit der Vitamin-D-Versorgung jenseits des Säuglingsalters schlechter aus:

Demzufolge sind rund 45,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahren nicht optimal mit Vitamin D versorgt – der 25(OH)D-Wert liegt also bei fast der Hälfte der Kinder und Jugendlichen unter dem Grenzwert 50 nmol/l.3

Gut zu wissen: Besonders häufig konnten die Defizite in Winter und Frühling festgestellt werden.

Mögliche Gründe für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung bei Kindern und Jugendlichen

Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass unsere Kinder nicht gut mit Vitamin D versorgt sind.

Da Vitamin D nur unter ausreichend Sonneneinstrahlung (genauer: UV-B-Strahlung) vom Körper selbst gebildet wird, spielen hier insbesondere folgende Ursachen eine Rolle:

  • Unzureichende UV-B-Strahlung in Deutschland in den Monaten November bis Februar
  • Seltener Aufenthalt im Freien (z. B. bei Homeschooling, vielen Aktivitäten in Innenräumen)
  • Verwendung von Sonnenschutz
  • Lange Kleidung, die unter 25 Prozent der Haut frei lässt
  • Dunkle Hautfarbe (Melanin reduziert das Eindringen der UVB-Strahlung in die Haut)
  • Chronische Grunderkrankungen wie zum Beispiel Zöliakie

Da unser täglicher Vitamin-D-Bedarf zu 20 Prozent auch über die Ernährung gedeckt werden muss, rückt auch diese in den Fokus. Tatsächlich sind Vitamin-D-haltige Lebensmittel wie fetter Seefisch oder Innereien nicht unbedingt die Leibspeise von Kindern und landen hierzulande eher selten auf dem Teller.

Zu wenig Vitamin D

Mögliche Symptome

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Abgeschlagenheit
  • Haarausfall
  • Infektanfälligkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • „Winterblues“
  • Muskelschwäche, Muskelschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Migräne

Tipps für die Vitamin-D-Versorgung bei Kindern

Draußen spielen

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind regelmäßig im Freien spielt. Denn Sonne regt die körpereigene Vitamin-D-Produktion an. Die Bewegung trägt zudem dazu bei, dass der Aufbau der Knochenmasse gesteigert wird. Zwei- bis dreimal pro Woche sollte Ihr Kind zwischen 10 und 15 Uhr mit unbedecktem Kopf sowie nackten Beinen und Armen an der Sonne sein. 5 bis 20 Minuten reichen dabei in der Regel aus. Als Faustregel gilt: die Hälfte der Zeitspanne, die zu einem Sonnenbrand führen würde.

Wichtig: Zwischen November und Februar reicht hierzulande die Sonneneinstrahlung nicht aus, um den Vitamin-D-Bedarf zu decken. Im Freien zu spielen wird Ihrem Kind dennoch auch in den Wintermonaten guttun.

Bei Säuglingen: Vitamin D zuführen

Da in der Muttermilch nicht ausreichend Vitamin D enthalten ist und die Haut der Kleinsten auf keinen Fall ungeschützt der UV-Strahlung ausgesetzt werden sollte, erhalten Säuglinge in Deutschland prophylaktisch Vitamin D (400 bis 500 I.E. pro Tag). Dies soll der Entstehung von Rachitis, einer Störung des Knochenstoffwechsels durch Vitamin-D-Mangel, vorbeugen. Die Empfehlung gilt in der Regel bis zum zweiten erlebten Frühsommer, also für 12 bis 18 Monate. Die Vitamin-D-Gabe erfolgt in der Regel kombiniert mit der Fluoridprophylaxe. Lassen Sie sich dazu vom Kinderarzt beraten!

Dekristol® 500 I.E.: Vitamin D für Ihren kleinen Sonnenschein

Unterstützen Sie die Gesundheit Ihrer Liebsten mit Vitamin-D-Tabletten von Dekristol®. Denn ein ausgeglichener Vitamin-D-Haushalt ist für unsere Gesundheit und insbesondere ein gesundes Knochenwachstum bei Kindern unverzichtbar. Von Anfang an!

Mit einer Dosierung von 500 I.E. (Internationalen Einheiten) Vitamin D3 pro Tablette ist Dekristol® 500 I.E. auch für Kinder und Jugendliche zur Vorbeugung von Mangelerkrankungen wie Rachitis geeignet.

Das besondere Plus: Die kleinen Tabletten lösen sich z. B. in Wasser besonders leicht auf und können so schon von Säuglingen und Kleinkindern ganz leicht eingenommen werden.

Dekristol® 500 I.E. ist gelatinefrei.

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Gut zu wissen: Dekristol® steht auch höher dosiert zur Verfügung – als Dekristol® 1000 I.E.

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Auf Vitamin-D-haltige Nahrungsmittel setzen

Zumindest einen kleinen Teil unseres Vitamin-D-Bedarfs können wir auch über die Nahrung decken. Vitamin D ist beispielsweise in fettreichem Fisch wie Hering oder Lachs enthalten. Ein- bis zweimal pro Woche heißt also das Motto: Fisch auf den Tisch. Doch viele Kinder sind hier nicht gerade begeistert. Kleine Tricks können helfen! Ganz einfach lässt sich Lachs zum Beispiel in Pasta mit Sahnesauce „untermogeln“. Auch kreativen Deko-Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Zusätzlich können zum Beispiel Eier oder bestimmte Pilzsorten für ein Plus auf dem Vitamin-D-Konto unserer Kids sorgen.

Gut zu wissen: Über die Ernährung allein lässt sich der Vitamin-D-Bedarf nicht decken.

Ferien in den Bergen oder am Meer

Skifahren, Rodeln, Schneemannbauen: Kann Ihr Kind von Schnee gar nicht genug bekommen? Prima, dann planen Sie in den doch mal wieder einen Urlaub in den Bergen. Denn dort ist der UV-B-Anteil des Lichts höher, sodass mehr Vitamin D in der Haut produziert werden kann. Voraussetzung dabei ist aber, dass die Haut nicht die ganze Zeit vollständig bedeckt ist. Das heißt: In der Mittagspause ein paar Minuten lang Handschuhe, Mütze, Schal und Skibrille ablegen und Sonne an die Kinderhaut lassen.

Berge und Schnee sind nichts für Sie und Ihr Kind? Dann können Sie alternativ natürlich auch Urlaub in wärmeren, sonnenverwöhnten Gefilden planen und dort Ihre Vitamin-D-Speicher auffüllen.

Vitamin-D-Mangel beim Kind: Wann zum Arzt?

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind an einem Vitamin-D-Mangel leiden könnte, sollten Sie den Kinderarzt um Rat fragen. Eine Blutuntersuchung kann Aufschluss geben. Die Vitamin-D-Konzentration im Blut zu bestimmen, wird allerdings in der Regel nur dann empfohlen, wenn mögliche Symptome für einen Vitamin-D-Mangel vorliegen oder wenn bestimmte Risikofaktoren bestehen. Dazu zählen chronische Erkrankungen (z. B. Zöliakie, Morbus Crohn, chronisch-entzündliche Erkrankungen sowie Nieren- oder Lebererkrankungen), regelmäßige Medikamenteneinnahme (z. B Aniepilaptika, Kortison), Migrationshintergrund (Pigmentierung der Haut beeinflusst die Vitamin-D-Bildung) sowie geringe Sonnenexposition (z. B. chronisch immobilisierte Kinder).

  • 1 Presse, DGE aktuell 30/2020 vom 24.11.2020 – online abgerufen am 18.01.2021 https://www.dge.de/presse/pm/guter-vitamin-d-status-kann-vor-akuten-atemwegsinfektionen-schuetzen/
  • 2 Robert-Koch-Institut: KIGGS-Basiserhebung 2003 bis 2006. Abgerufen zuletzt online am 19.01.2021: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Kiggs
    /Basiserhebung/Basiserhebung_node.html
  • 3 Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D Stand 25.1.2019 https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/Vitamin_D_FAQ-Liste.html

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